Gesundheit

Unser Gesundheitswesen ist IT-Entwicklungsland

Es ist unglaublich – das deutsche Gesundheitswesen ist krank (hahaha), am schlimmsten sind nicht vorhandene Kommunikationskanäle, die jeder noch so ambitionierten Leistung seitens der Ärzte den Boden unter den Füßen wegziehen. Manche Praxen haben noch nicht mal ein Faxgerät, von Internet und E-Mail ganz zu schweigen.

Meine ganz persönliche Erfahrung …

Meine Onkologin wollte eine weitere Expertise wegen eines 2. Verdachts bei mir und hat die Unterlagen inkl. Überweisung an ein Faxgerät geschickt, das zum Vorgänger des HNO-Arztes gehörte. Mein HNO-Facharzt (der Nachfolger) hat aber dieses Faxgerät gar nicht übernommen, also wusste er auch nicht, was genau er bei mir untersuchen/abklären sollte. Er hat aber auch keine E-Mail Adresse, so dass es auch nicht möglich gewesen wäre, das Problem über diesen Kanal zu lösen. Ich kam da hin um zu hören: „ich habe kein Fax, also folglich auch keine Unterlagen und auch keine Überweisung“. Auf Verdacht hat er dann eine Untersuchung zu meiner Hörfähigkeit gemacht. Infolgedessen gab es auch keinen verwertbaren Befund. Das wurde dann heute in der Onkologie realisiert, morgen ist der nächste Termin dort. Am Dienstag ist Weihnachten und dann sind alle Praxen bis zum Jahresanfang geschlossen. Mit anderen Worten: eine Therapie beginnt nicht vor 2025. Ob der Krebs bis dahin weiter streut oder sonst was passiert, ist egal. Ist ja nur ein Mensch, der wieder einmal völlig überflüssig in noch mehr Ängste versetzt wird.

Nein, ich lasse mich auch von sowas nicht unterkriegen! Wie schon bei meiner ersten Krebserfahrung werde ich den Weißkitteln wieder auf die Füße treten. Ordentlich! Wenn es sein muss, auch mit einem Pfennigabsatz.

In Zukunft will ich genau wissen, wann, warum und was bei wem gemacht werden soll. Dann kann ich etwas dazu sagen, wenn ein Arzt mal wieder nicht weiß was eigentlich zu tun ist, weil er keine Unterlagen bekommen hat. Außerdem hoffe ich inständig darauf, dass die persönliche Krankenakte endlich freigeschaltet wird. Das soll ja Anfang des nächsten Jahres passieren. Wenn alles gut läuft … Die Idee der Teilung von Befunden ist genial. Wenn es denn funktioniert, ich habe da leider noch Bedenken. So, wie dieses Land im Gesundheitswesen digital aufgestellt ist, wird es sicher noch länger dauern. Argh!

Ich merke, wie wenig Sinn die ganze Aufregerei macht. Es kostet mich jede Menge an emotionaler Kraft. Kraft, die ich jetzt anderweitig sehr viel dringender brauche.

Übrigens, richtig zu kämpfen habe ich ganz aktuell mit einer netten Angina. Auch etwas, was ein Mensch in meiner Situation so gar nicht brauchen kann.

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Ulrike

Ehefrau, Gastgeberin, Gärtnerin, Köchin, Leseratte, Patchworkerin, Bloggerin, Schottlandverliebt, Frankreichfan mit Hugenottenblut. Mit einer unheilbar positiven Lebenseinstellung.

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