Patchwork

5 große Quilts

Im Frühjahr diesen Jahres hatte ich die glorreiche Idee, den 5 Enkelkindern meines Mannes zu Weihnachten je einen großen Themenquilt zu schenken. Grundlage waren ihre Hobbys. Ich habe nicht geahnt, wie anstrengend dieses Vorhaben zum Schluss sein würde. Gequiltet habe ich auf meinem neuen Grace Queen Rahmen mit der Q’nique15R. Es war sehr anstrengend, alle 5 Quilts hintereinanderweg zu quilten. Aber letztendlich habe ich auch diese Herausforderung gemeistert.

Aber der Reihe nach:

Von den Zwillingen der Tochter meines Mannes beschäftigt sich der Eine mit asiatischem Kampfsport und ist ein Anhänger der Samurai Krieger. Der Andere ist ein großer Fan von Astronomie und Astrophysik. Beide sind, wie die Mutter, große Leseratten.


Das Thema Astronomie war leicht aufzulösen. Ich wusste, dass es ein wunderschönes Panel mit den großen Planeten gibt, einen passenden Hintergrundstoff fand ich auch, der dann allerdings als Rahmen Verwendung fand weil er doch etwas zu unruhig war. Für den Hintergrund wurde ich dann bei den bei den Grunge-Stoffen fündig. Schon die Farben sind ein Traum und der ganze Quilt würde auch sehr gut zu mir passen. Als Vlies habe ich mein Lieblingsvlies 277 (100% Cotton) von Freudenberg genommen, die Rückseite besteht aus einem schönen Flanell. Gequiltet habe ich sehr sparsam, abwechelnd mit Rulern und Freihand. 2-farbiges Binding, mit der Maschine angenäht.


Das Thema Kampfsport und Samurai war eine Herausforderung. Ich wusste sehr lange nicht, was ich damit anfange. Es gab und gibt keine Panels mit entsprechenden Bildern. Ich fand lediglich einen Hintergrundstoff mit Karatekämpfern, außerdem historische Bilder von einigen berühmten Samurai Kriegern und ein typisches Bild eines Bushido-Kämpfers auf Stoff. Aber viel zu klein. Das ergab keinen vernünftigen Quilt, der meinen Ansprüchen an mich gerecht wurde. Bis ich eines Tages bei Pinterest Bilder von Displays für die Präsentation der Gürtel fand. Das ist doch auch eine Idee für einen Quilt, dachte ich erleichtert. Die Farben der Gürtel waren schnell recherchiert. Aber welche Quiltmotive passen dazu. Mir fiel das Motiv mit dem Berg und der Sonne ein. Leider kenne ich den Namen des Blocks nicht, aber wir kennen ihn alle. Und ich hatte den Einfall, einige japanische Schriftzeichen zu applizieren. Daraus wurde dann ein Gesamtbild, das mir gut gefiel. Auch hier benutzte ich das Vlies von Freudenberg und einen wärmenden Flanell. Gequiltet habe ich mit Rulern und ohne Schnörkel. 2-farbiges Binding, mit der Maschine angenäht.


In der zweiten Familie gibt es eine Modenärrin, einen Fußballer, und eine Pferdenärrin.


Für die Modenärrin habe ich ein tolles Panel mit Damen beim Friseur entdeckt. Da die einzelnen Bilder recht klein waren, habe ich sie mit passenden Beistoffen als Log Cabin verarbeitet und so große Blöcke produziert. Mit einem schönen Sashing und einem breiten Rand wurde ein richtig großer Quilt daraus. Leider ein wenig zu breit, so dass ich das 277er Vlies nicht nutzen konnte. Stattdessen kaufte ich das Supreme von Hobbs. Auch 100% BW, aber leider nicht sehr gut auf der Longarm handelbar. Rückseite ist wieder ein Flanell, gequiltet habe ich mit unterschiedlichen Rulern und vielen verspielten Bögen. 2-farbiges Binding, mit der Maschine angenäht.


Für den Fußballer habe ich verschiedene Themenstoffe mit den Farben der olympischen Ringe zu Blöcken vernäht und rund um ein Mittelmotiv, ein Fußballer, der von Mannschaftskameraden umrahmt mit dem Ball auf dem Rasen tanzt (es könnte Péle sein) plaziert. Das ist zwar nicht so wirklich anspruchsvoll, aber für den Rabauken genau das Richtige. Innenleben wieder 277er Freudenberg, Rückseite Flanell. Gequiltet habe ich mit runden Rulern (Fußball) und dem Bogen-Ruler. 2-farbiges Binding, mit der Maschine angenäht.


Für die Pferdenärrin fand ich ein tolles Panel mit einem großen Motiv und zwei kleinere Motive. Hier lautete die Herausforderung, wie ich aus diesem insgesamt recht kleinen Panel einen Quilt von mindestens 1,20-1,30 x 1,80-1,90 m nähe. Ich hatte wunderschöne Musterstoffe und einige Unistoffe in sehr kräftigen Farben da, die wunderbar zum Panel passten. Daraus habe ich einen sehr farbenprächtigen Quilt genäht, den ich zusammen mit dem Planetenquilt am liebsten behalten hätte. Auch mit 277er Innenleben und Flanell-Rückseite. Gequiltet habe ich mit geraden Linien, Freihandmäandern und diversen Rundungen. 2-farbiges Binding, mit der Maschine angenäht.


Die Übergabe am 4. Advent an teilweise kranke Enkeln war trotzdem ein großes Hallo. Wir sind früh mit der Bahn nach Stuttgart gefahren und am Abend wieder zurück. Es war saukalt und natürlich hatte die Bahn wieder alle bekannten Probleme, vor allem auf der Rückfahrt. Der Bahnhof in Stuttgart sieht derart schrecklich aus, dass es mir die Tränen in die Augen trieb, so sehr hat mich der Anblick geschockt. Aber alle Enkel haben sich riesig gefreut, auch darüber, den Opa endlich mal wieder zu sehen. Das kam ja in den Coronajahren auch viel zu kurz, wie in vielen anderen Familien auch. Alle bekamen, entsprechend des Themas auch noch einen Schmöker dazu, so dass sie sich an den Feiertagen in ihre Quilts kuscheln konnten und lesen bis der Arzt kommt. Was sie auch genutzt haben.

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Ehefrau, Gastgeberin, Gärtnerin, Köchin, Leseratte, Patchworkerin, Bloggerin, Schottlandverliebt, Frankreichfan mit Hugenottenblut. Mit einer unheilbar positiven Lebenseinstellung.

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